Nun kam die Frage, ob wir einen Freediver kaufen wollen

Tja, da sind sie wieder, die Theorie und die Praxis. Da macht man sich To-do und Anschaffungslisten, aber an einen Freediver hatte ich aktuell nicht gedacht. Es ist ein sehr interessantes Tauchprodukt mit Kompressor, das seit über 20 Jahren auf dem Markt ist. Es wird ihm von vielen „Flaschentauchern“ mit Tauchschein seine Gefährlichkeit in Internetforen sehr emotional bescheinigt. Tauchen ist gefährlich und in Deutschland ist der Vertrieb vom Freediver ja auch verboten.

Während unserer Auszeit haben wir gerne mal geschnorchelt, aber die Leidenschaft zum Tauchen wurde nicht entfacht. Zur Inspektion unseres Unterwasserschiffes und zum Tauchen zum Anker, bis zu einer Tiefe von 6 Metern, hat meine Atemluft gereicht. Auch das Entfernen der kleinen Entenmuscheln um den Wasserpassbereich konnten wir mit Atemluft und einem Plastikspachtel erledigen. Sie hatten sich während unserer 17 tägigen Atlantiküberquerung sogar an den lackierten Flächen am Heck angeheftet. Ansonsten war mein Plan aufgegangen, das Unterwasserschiff mit der dreifachen Menge selbstpolierendem Antifouling zu streichen. Wir lagen nicht zu lange an einem Ort für ein ausgedehntes Algenwachstum und während unserer Fahrten ist das Unterwasserschiff unter Verlust von etwas Farbe immer wieder durch die Wasserkraft „poliert“ und  gereinigt worden. Es war also kein Bedarf für ein Luftversorgungsgerät unter Wasser.

Aber was ist, wenn wir zukünftig länger an einem Ort liegen bleiben und das Unterwasserschiff so bewachsen ist, dass es von uns vor der nächsten Abfahrt „poliert“ werden muss? Wollen wir auch mal etwas länger mit einem Lungenautomat zum Spaß abtauchen? Nein, das wollen wir nicht, von daher werden wir das angebotene Freediver-Set nicht kaufen. Es hat ein Weltumseglerpaar 2011 für € 1925,00 als Backup gekauft, aber nie eingesetzt. Sie würden das komplette Set für zwei Personen für € 999,00 verkaufen. Wer Interesse daran hat, kann sich zur Weiterleitung der Kontaktdaten gerne bei uns melden.

Unser Plan

Wir werden für die Reinigung und Inspektion des Unterwasserschiffes eine einfache und preisgünstigere Do It Yourself Lösung kaufen, so wie sie von vielen anderen Blauwasserseglern schon erfolgreich über Jahre eingesetzt wird:

DIY-Lösung: 230 V Airbrush Kompressor mit Membranpumpe, 15 m Lebensmittelechter Schlauch und Lungenautomat für ca. € 300,00 im Set. Soll auch in Tauchläden auf den Kanaren erhältlich sein. Ich würde aber nach einem 12 V Membrankompressor suchen, der die benötigte Luftfördermenge besitzt.

PS: Zur Beruhigung von Tauchern mit Schein: Ich will mich damit nicht selbst verletzen oder gar umbringen und ich werde natürlich die Tauchregeln und Vorsichtsmaßnahmen für eine geplante Tauchtiefe bis zu 1,65 m einhalten, keine Sorge.

Ach ja, und wenn ich einmal unseren verhakten Anker aus über 5 m Tiefe nicht mehr aufholen kann, werde ich entweder einen freundlichen „Flaschentaucher“ suchen, oder den Anker als Verlust verbuchen. Ersatz ist an Bord und die zusätzliche Sauerstoffflasche und professionelle Tauchausbildung, die ich bei mehr als 5 m Wassertiefe für nötig halte, werde ich mir sparen.