Unsere Privilege 465 – gebaut von und für Weltumsegler
Als die bekannten Weltumsegler und Autoren Karla und Bobby Schenk die Thalassa zum Bau bei der Alliaura-Werft in Frankreich in Auftrag gegeben haben, hatten sie bereits 30 Jahre Langfahrterfahrung mit ihren vorherigen Yachten gesammelt. Sie wussten, worauf es ankommt und haben sich bewusst für eine Privilege 465 entschieden, die im Gegensatz zu der Konkurrenz mehr auf Hochseesegeln ausgelegt ist. Privilege Katamarane aus dieser Zeit gelten handwerklich hochwertiger und stärker gebaut als neuere Katamarane.
Konstruiert wurden die Privilege Katamarane ursprünglich von Philippe Jeantot, einem berühmten französischen Einhandsegler. Er wollte ein sicheres und bequemes Boot für Langfahrtreisen mit seiner Familie haben. Das ist ihm ausgezeichnet gelungen – eine Privilege zeichnet sich durch Komfort, Sicherheit und Robustheit aus. Sie hat, verglichen mit anderen Katamaranen, gute Segeleigenschaften. Sie ist aber ganz klar ein Cruising- und kein Performancekatamaran.
Karla und Bobby Schenk wollten nicht die standardmäßigen vier Bäder für die vier Kabinen und so wurden aus den vorderen Bädern begehbare Abstellräume für Werkzeuge und Ersatzteile. Auch ein „Funkraum“, bzw. Schreibtischarbeitsplatz im Steuerbordrumpf wude eingebaut. Außerdem wurde auch entschieden, dass nur ein Fäkalientank reicht und damit eine mögliche Geruchsbelästigung auf den Backbordrumpf begrenzt wird. Um auch bei Stromausfall Wasser pumpen zu können, wurden die zwei verbliebenen Waschbecken und das Spülbecken mit zusätzlichen Fußwasserpumpen ausgestattet. Der standardmäßige Wassertank mit 600 Litern Fassungsvermögen wurde mit einem zusätzlichen 100 Liter Tank ergänzt.




Auch für die Dieselversorgung der Motoren wurde aus Erfahrung ein zusätzlicher Tagestank eingebaut, der oberhalb der Motoren plaziert wurde. Damit können die Motoren auch bei Dieselpumpenausfall weiterlaufen. Für das Motoröl wurde durch den Einbau eines separaten Ölfeinstfilters mit Ölkühlerfunktion für jeden Motor von der Firma TRABOLD u. a. der Ölwechselintervall verlängert (Der Feinstfilter entzieht dem Öl auch Kondenswasser und verbessert die Schmierfähigkeit).



Der Bugspriet wurde nicht wie üblich in der Mitte montiert, sondern etwas versetzt, damit man ihn im Hafen einfach wegklappen kann. Dadurch werden Hafengebühren gespart (Bootslänge 14,34 m anstelle 14,95 m) und andere Boote bleiben bei Hafenmanövern nicht so leicht daran hängen ;-).


Und unterwegs konnte neben dem verbauten Simrad Autopilotensystem eine PACIFIC Windsteueranlage ohne Strombedarf die Thalassa auf Kurs halten, bzw. mit geringem Strombedarf bei eingehängtem Pinnenpilot. Die Windsteueranlage und ein weiteres originalverpacktes Simrad Autopilotensystem befinden sich an Bord.



Von Anfang an befanden sich neben sehr vielen Ersatzteilen fürs Boot und die Motoren auch zwei komplette Ersatz-Ruder an Bord. Bei Grundberührung oder Orcaattacken würde aber ersteinmal der untere Bereich des Ruders abbrechen, und man könnte weiterfahren. Grundsätzlich kann der Katamaran auf den Kielen stehen und er kann trockenfallen. Aber wenn es ungewollt zu einer heftigen Grundberührung kommt, könnten auch die ausgeschäumten Kiele von dem stabilen Rumpf komplett abbrechen, ohne das ein Leck entsteht.

Privilegekatamarane sind schon eine Klasse für sich, und die Thalassa mit ihren durchdachten Besonderheiten auf Veranlassung von Karla und Bobby Schenk unterstreicht dies noch. Sehr viel Lobhudelei, aber es liegt eben nicht am Boot an sich, dass wir uns trennen wollen. Im Gegenteil, es schmerzt schon, es gehen zu lassen. Andererseits würden wir uns wirklich sehr freuen, wenn neue Eigner das Potential dieses 46 Fuß Katamarans, der für unter € 300.000,– angeboten wird, entdecken und schöne Reisen mit der Thalassa unternehmen. Bezüglich des Erhaltungszustandes hat ihr sehr gut getan, dass sie seit ihrem Baujahr 2000 bis jetzt nur von erfahrenen Eignern für insgesamt nur eine Weltumseglung bewohnt und gesegelt wurde.

