Erfolgreiche Probefahrt

Wir verbrachten einen entspannten Jahreswechsel mit Kirsten und Burkhard bei uns an Bord. Um Mitternacht standen wir auf dem Kajütsdach, bewunderten die verschiedenen Feuerwerke und stießen auf das neue Jahr an. Der zweite Krantermin, um auch den zweiten Saildrive und den „verdrehten“ Verstellpropeller an Backbord zu tauschen, hatten wir für den 03.01.23 vereinbart. Die Thalassa kann hier nur bei Hochwasser gekrant werden, das am 03.01. gegen 11 Uhr war. Die Überlegung war, so früh wie möglich morgens aus dem Wasser zu gehen, um noch an demselben Tag die Arbeiten zu schaffen und bereits einen Tag später wieder zurück ins Wasser zu kommen. Das ist insofern für uns wichtig, weil wir dann das Unterwasserschiff nicht reinigen lassen müssen und den Unterwasseranstrich, das Coppercoat, nicht schon wieder anschleifen müssen. Das hatten wir ja erst vor zwei Monaten bei unserem letzten Werftaufenthalt machen lassen. Und je öfter wir das Coppercoat anschleifen, desto dünner wird die Schutzschicht.

So hatte Ingo nur wenig Zeit, den Saildrive, den er aus Deutschland geholt hatte, für den Einbau vorzubereiten. Alte Beschichtung anschleifen, neues Antifouling auftragen und die beiden Teile zusammenbauen. Auch der Propeller, der statt des Verstellpropellers an Backbord montiert werden sollte, musste mit Antifouling beschichtet werden.

Ingo bereitet den aus Deutschland geholten, gebrauchten Saildrive vor.

Die Vorbereitungen haben wir pünktlich abschließen können und am 03.01.23 ging es in die Werft. Zum Glück hatten wir einen fast windstillen Tag erwischt und auch der Schwell im Hafen war minimal. Ingo startete die Steuerbordmaschine und der Marinero mit seinem gut motorisierten Schlauchboot gab uns am Backbord-Bug einen kleinen Schubs, so dass Thalassa gerade aus der Box kam und wir den Rest des Weges in die Werft selbständig zurücklegen konnten. Dort wurden wir schon von den Werftmitarbeitern mit den Poolnudeln erwartet. Bei uns an Bord halfen Kirsten, Burkhard und Robert, die langen, dicken Schaumrollen an die entsprechenden Stellen zu halten, so dass die Thalassa schadlos in die sehr enge Kranbox glitt. Für jede helfende Hand waren wir dankbar.

Die Poolnudeln kamen wieder zum Einsatz, um Thalassas Rumpf in der schmalen Kranbox zu schützen.
Thalassa wird in der Werft abgestellt und Ingo kann mit den Arbeiten beginnen.
Mit einem Kettenzug wird der Motor angehoben, um das Getriebe tauschen zu können. Dazu nehmen wir den rustikalen Pfahl, den schon der Vorbesitzer genutzt hatte.
Auf den Tag genau sechs Monate nach der (wegen des defekten Saildrives an Steuerbord) gescheiterten Übergabe ziehen wir überglücklich mit Thalassa unsere Kreise . Bei den Motoren wurden in der Zwischenzeit auch die leckenden Seewasserpumpen, ein defekter Wärmetauscher und eine Einspritzpumpe repariert sowie Wartungsarbeiten durchgeführt.
Danke, Burkhard! Dank deiner kompetenten und tatkräftigen Unterstützung hat alles so schnell und reibungslos geklappt!
Allmählich kommen wir zu den Feinheiten – Winschen warten.
… und Gastlandflaggen sichten und waschen.

In den nächsten Tagen, wenn Thalassa soweit segelfertig ist, wollen wir endlich die ersten Tagesausflüge unternehmen. Wir werden berichten.